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Old 06-16-2007, 09:00 AM   #3
Mictlan
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durch keine Tür; mittlerweile betrachten wir das Ganze allerdings wesentlich nüchterner. Die von Dir beschriebenen Bands vergöttere ich, sie haben Death Metal Geschichte geschrieben und uns maßgeblich beeinflusst, das geht sicherlich vielen Musikern des Genres so. An deren Thron kann niemand rütteln, sie sind dafür verantwortlich, dass wir überhaupt solche Musik machen. Dennoch gibt es für „Endless Sea Of Loss“ sicherlich Platz zu Füssen dieses Throns (lacht)!

Erzähl doch bitte etwas über den Songwritingprozess zu “Endless Sea Of Loss”. Wie entstehen bei euch die Songs?

* „Endless Sea Of Loss“ ist für unsere Verhältnisse recht vielseitig entstanden. Früher haben wir die Songs ausschließlich zusammen im Proberaum geschrieben, irgendwer hatte einne Idee und wir haben dann mehrere solcher Ideen zu einem Song zusammengebaut, irgendwann hatte man seine neun Songs zusammen und ging ins Studio. Das haben wir zwar auch diesmal zum Teil wieder gemacht, allerdings war von vornherein klar, dass auf dem Gesamtwerk auch ein, zwei Nummern stehen sollten, die etwas grooviger zu Werke gehen und einen Kontrast zu den schnellen restlichen Songs bilden sollten, außerdem hab‘ ich einige Nummern auch komplett alleine geschrieben. „End Of A Decade“ beispielsweise, da war Michael schon nicht mehr dabei und ich wollte ihm noch eine musikalische Widmung hinterlassen.

Euer Sänger Carsten ist für die Texte verantwortlich. Kannst du etwas über deren Inhalte verraten? Vor allem über “...And She Loves It Anal”. Hat Carsten mit dieser Sexualpraktik extrem gute oder schlechte Erfahrungen gemacht, haha?

* Na ja, Du mutmaßt sicherlich nicht verkehrt, was Carstens „griechische“ Vorliebe angeht, hahaha… Er steht halt drauf, und wehe, die Weiber nicht (lacht)! Ich bin bei den Texten bis auf die Refrains echt absolut unwissend, was er da verbrät, er benutzt wie die alten Obi nur unzusammenhängende Textfragmente, die sich um Gore, Sex und Horror, beziehungsweise eine Mischung daraus, drehen. Mir verrät er davon nix, das ist seine ganz persönliche Nummer. Es ist im Studio schon schwer genug, ihn mal davon zu überzeugen, dass eine leicht abgewandelte Gesangslinie vielleicht besser käme, bevor ich so einen Vorschlag bringe, setz‘ ich zum Eigenschutz vorsichtshalber schon mal einen Stahlhelm auf, hahaha…

Nicht nur die Produktion und die Songs selbst, sondern auch das Coverartwork von “Endless Sea Of Loss” ist obergeil! Wer ist denn für die Illustration verantwortlich?

* Da ist Juan Jose Castellano für verantwortlich, der auch schon für „Blood Spilled“ den Pinsel geschwungen hat. Ist ein geniales old-school Death Metal Cover geworden, oder ? Da hat der gute Juanjo sich definitiv selbst mit übertroffen… Er hat auch schon Merchlayouts beispielsweise für Incantation gemacht, ein echtes Genie ! Die ganzen Layoutgeschichten über das eigentliche Cover hinaus hab‘ ich dann wieder in die eigenen Hände genommen.

Resurrected wurden bereits 1993 gestartet, also zu einem Zeitpunkt, als der Death Metal, bedingt durch den damals gerade stattfindenden Durchbruch des Black Metal, erfolgsmäßig ziemlich am Boden lag. Was hat euch damals dazu bewogen, auf sämtliche Trends zu scheißen und stur euer Ding durchzuziehen?

* Damals ist ein Großteil der Duisburger Death Metal Szene erstaunlicherweise nicht zum Black Metal, sondern in die Hardcore-Szene abgewandert, die gesamte DM-Szene bestand im Endeffekt dann nur noch aus uns, andere Bands des Genres gab’s nicht mehr. Aber gerade das hat uns dazu getrieben, das Ding stur durchzuziehen, wir waren halt damals schon ECHTE Death Metal Fans und sind nicht einfach einem Trend hinterhergelaufen, wir liebten die Musik, auch wenn wir ziemlich alleine da standen. Unsere ersten Auftritte liefen dann auch dementsprechend ab, wir waren die einzige DM-Band im Billing jedes Abends, die anderen Kombos machten entweder HC oder Melodic-Death, der damals auch ziemlich hip war, es waren Paradise Lost’s große Tage… Das hat sich erst geändert, als wir 1996 anfingen, überregional zu spielen. Da waren dann endlich auch mal Prügelbands aus ganz Deutschland am Start. Dass es 1993 mit dem Death Metal derart bergab ging, hatte glaube ich nur bedingt mit dem aufkommenden Black Metal zu tun, der Death Metal war salonfähig
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